Daniela Comani. Ich war’s • Tagebuch 1900–1999, 2005

Revolver-Archiv für aktuelle Kunst, Frankfurt a.M., 2005
ISBN 3-86588-138-6

Das Projekt ich war’s von Daniela Comani existiert in zwei Varianten: der vorliegenden Publikation sowie einer Audioinstallation. Die beiden unterschiedlichen Artikulations- bzw. Publikationsformate repräsentieren zwei verschiedene künstlerische Umgangsweisen mit einem identischen Text.

Jener Text basiert auf einer Zusammenstellung von bereits veröffentlichtem Material. Für jeden Tag eines imaginären Jahres hat Daniela Comani Vermerke über ein jeweils spezifisches Ereignis aus dem Zeitraum eines Jahrhunderts (1900 – 1999) zusammengetragen. Diese 365 Notizen sind den Daten 1. Januar bis 31. Dezember zugeordnet. Die Ereignisse, von denen viele historisch relevant sind, andere wiederum auf alltägliche Lebenszusammenhänge verweisen, werden sprachlich in der ersten Person Singular vorgetragen. Dadurch erhält der gesamte Text die Anmutung eines persönlichen Tagebuchs, das sich über den
Zeitraum eines Jahres erstreckt.

Die Reihenfolge der Jahre und der Ereignisse ist nicht chronologisch. Ein Überblick der realen Reihenfolge der Jahre können einer Chronologie im Anhang des Buches entnommen werden.

Die Auswahl der Ereignisse folgt keinen Kriterien offizieller Geschichtsschreibung, sondern ist sehr persönlich. Durch die individuell motivierte Auswahl der Fakten entsteht eine Art Wirbel der Ereignisse. Namen, Orte ändern sich, Handlungen wiederholen sich: Entdeckungen, Erfindungen, Wahlen, Regierungswechsel, geführte Kriege, Ermordungen, Neugeborene, Menschenraube, etc. … Der Ich-Erzähler, bzw. die Ich-Erzählerin läuft fast wie außer Atem – als Täter und als Opfer – durch die Geschichte eines Jahrhunderts, Ihres Jahrhunderts.